Aus aktuellem Anlass

– bitte, wo ist hier der ausgang?
– vierte harfe zur linken, da müsste eine saite gerissen sein.

März 2020. CORONA.

nach den galoppierenden ereignissen der vergangenen zwei wochen wird der atem-losen gesellschaft nun eine atem-pause angeordnet.

auch die wander-harfe verweilt und denkt nach.

welche chancen liegen in der krise?

wie können wir solidarität und rücksicht wahren? was bedeuten diese wörter überhaupt?

und wohin sollten sich sinn und verstand noch richten, außer auf unser eigenes wohl? wenn alle über corona reden, worüber reden wir dann nicht mehr? was passiert zwischen den zeilen (noch), wenn nun die eu-(außen)grenzen schließen? was passiert mit denen, die nun durch die sozialen netze zu fallen drohen? was bedeutet eigentlich „bewegungs-freiheit“? können wir in die zukunft schauen und im jetzt handeln, können wir das auch in anderen fällen, ist das szenario jetzt ein soziales experiment für den ernstfall oder ist es bereits der ernstfall? können wir daraus lernen? könnten wir danach verlangsamt weiter leben ?

#NooneBehind


liebe eu,

du bist friedensnobelpreisträgerin.

du bist auch ein schwankendes boot.

deine offenen grenzen

galten schon vor dieser krise

nicht für alle.

das denken in nationalstaaten ist eine alte idee.

die angst vor dem anderen ist eine alte angst.

wir brauchen neue lösungen,

neuen mut,

einen rettungsring für alle,

sonst strandet die menschlichkeit

an europas grenzen.

# leavenoonebehind!

……

Auf der äußersten Spitze des Zweigs*

Und plötzlich ist das Gesicht der Welt

verwandelt

und statt Profit und Tempo

müssen wir nun

Langsamkeit und Vorsicht walten lassen.

Ein kapitalistischer Staat stoppt die Wirtschaft

und lange nicht wurde ein Wort so häufig benutzt

und gibt doch Rätsel auf

wie Soli-darität.

Während die Menschen sich noch

verwirrt nach dem Wie fragen

kehren Fischreiher zurück

in die stillgelegte Stadt.

Ob das Drama

auch die Menschen wandelt,

wenn sie nur eine Rose als Stütze* noch haben?

*Hilde Domin